Dienstag, 8. Dezember 2009

Forscher lüften einige Rätsel des Voynich-Manuskripts

Abbildungen "Sonne und Mond" aus dem Voynich Manuskript

Wien/ Österreich - Wissenschaftler der "Beinecke Rare Books Library" an der Yale University und österreichische Forscher haben sich erneut dem von Mythen umwundenen Voynich-Manuskript angenommen. Auch wenn auch sie dessen vermeintlichen Code immer noch nicht entschlüsseln konnten, so geben ihre Untersuchungsergebnisse zum tatsächlichen Alter der Handschrift doch zahlreiche Antworten auf heftig diskutierte Fragen und Theorien rund um das Manuskript.

Weder der Weltraumforscher und Kryptografiekenner René Zandbergen, Alexander Sperl von der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien noch der Kurator der Beinecke Rare Books Library Kevin Repp können sich, wie so viele Forscher und Wissenschaftler vor ihnen, einen Reim auf den Inhalt des Voynich-Manuskripts machen - widersetzte sich der kryptografische Text doch bislang selbst den Dekodierungsversuchen von Linguistikcomputern, Geheimdienstexperten und Militärs.

Bei dem nach seinem Wiederentdecker, dem amerikanischen Antiquar Wilfrid Michael Voynich, benannten Manuskript handelt es sich um ein Schriftstück von 250 Seiten mit rätselhaftem Inhalt, dessen Autor, genaues Alter und Herkunft bislang unbekannt sind. Das wahrscheinlich rund 400 Jahre alte Dokument zeigt zahlreiche Abbildungen im Stil naturkundlicher Darstellungen von Pflanzen, astronomischen Konstellationen und menschlicher Anatomie, die mit einer bislang unbekannten Schrift und Sprache erläutert werden.

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Zahlreiche Forscher haben das Manuskript seither untersucht, ohne jedoch einen Sinn in dem Werk und den dargestellten Abbildungen ausmachen zu können. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt das Voynich-Manuskript bei vielen Wissenschaftlern als mittelalterliche oder gar neuzeitliche Eulenspiegelei ohne erkennbaren Sinn. Andere Forscher glauben hingegen weiterhin, dass es sich um eine kodierte Geheimschrift handelt.

Als mögliche Autoren geistern der Universalgelehrte Roger Bacon aus dem 13. Jahrhunderts, der Alchemist Edward Kelley, der Mediziner und Chemiker Jakub Horcicky de Tepenec oder sogar der junge Leonardo da Vinci durch die unzähligen Theorien rund um das Manuskript.

Anhand neuer materialwissenschaftlicher Untersuchungen haben Repp, Sperl und Zandbergen nun, begleitet von einem Dokumentarteam des österreichischen Fernsehens ORF, die Entstehung der Schrift auf zwischen 1404 und 1438 eingegrenzt. Anhand architektonischer Eigenschaften der Abbildung einer Burg, glauben die Forscher zudem die Provenienz des Autors auf den Alpenraum eingrenzen zu können.

Sollte das neu ermittelte Entstehungsdatums zutreffen, wären alle bisherigen Spekulationen über postkolumbianische Autoren überflüssig und auch Leonardo, Kelley oder de Tepenec also aus dem Rennen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen präsentiert "ORF 2" am Donnerstag den 10. Dezember 2009 um 21:05 Uhr in der Dokumentation von Klaus Steindl und Andreas Sulzer: "Das Voynich-Rätsel - Die geheimnisvollste Handschrift der Welt"

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28. August 2008

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